Volkstimme 13.10.07

Aussteiger, Unternehmer, Hartz IV-Empfänger spielen die Hauptrollen in Doku-Streifen Filmpremiere in der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt.

Filmpremiere in Halberstadt. Am Dienstagabend zeigte der Berliner Journalist und Filmemacher Holger Lauinger in der Moses Mendelssohn Akademie interessierten Bürgern sein aktuelles Werk " Neuland ". Der Dokumentarfilm, den der Autor mit kleinem Budget selber finanzierte, zeigt eine Reise zu verschiedenen Orten in den neuen Bundesländer, in dem die Protagonisten – Aussteiger, Jungunternehmer, wie auch Hartz IV Empfänger – frei zu Wort kommen. Gezeigt wurden unter anderem auch Gemeinden aus Sachsen–Anhalt, die exemplarisch für den sozioökonomischen Wandel der Lebensverhältnisse der Bewohner in Mittel- und Ostdeutschland 17 Jahre nach der Wende stehen.

Im Anschluss an die Filmvorführung stand Produzent Holger Lauinger dem Publikum Rede und Antwort, wobei er auch die Intention erklärte, sowie die Hintergründe seines Films beleuchtete. Unter den Premierengästen befand sich auch Kathrin Hesse. Über den Film sagte sie: " Mir gefällt vor allem die Machart. Er ist nicht anklagend, sondern sehr objektiv und sachlich gehalten. Das empfinde ich sonst in Dokumentationen ähnlicher Art anders. "

Eine gute Kritik bekam der Dokumentarfilm auch von Guido Röber, der sich ebenfalls in die anschließende Diskussionsrunde einschaltete. " Richtig gut ", war sein Kommentar. Bei ihm hätten besonders die tatsächliche Beschreibung der Realitäten Ostdeutschlands Zuspruch gefunden. " Toll ", so der Quedlinburger, der aus der Zeitung von der Filmpremiere erfahren hatte, " wie der Autor einfach losgegangen ist, die Wirklichkeiten aufgestöbert hat und ungeschminkt gezeigt hat ". Dabei thematisiert der Film zwei Seiten der Wende-Medaille, die Degeneration des Landes zwischen Elbe und Oder, als auch die Chance, die diese bietet. Ein sehenswerter Film, der Mut macht, wie auch Katharina Hesse und Guido Röber sagten.                        Von Marco Oschlies