Rezensionen (Short-Version)

DIE ZEIT, 11.10.2007 Nr. 42

Dass die Antastbaren tatsächlich existieren, die Entwürdigten, Überflüssigen, von sozialer Anerkennung Ausgeschlossenen, vom Fortschritt Abgehängten, durch Solidarbeiträge Gedemütigten, zeigt jetzt ein grandioser Dokumentarfilm aus dem strukturschwachen Beitrittsgebiet. (…) Neuland von Daniel Kunle und Holger Lauinger gehört zum Ehrlichsten, was bisher über die Nachwendezeit gedreht wurde. (…) Er ist das Gegenprogramm zur lauthalsen Debatte über die Agenda 2010, zum Feilschen um eine mickrige Erhöhung oder halbherzige Verlängerung des Arbeitslosengeldes.

epd medien Nr. 81 . 13.10.2007

 Es ist eine hochspannende Entdeckungsreise, eine verblüffende Durchmessung des Raums, eine Achterbahnfahrt, auf die man sich mit den beiden Dokumentarfilmern begibt. Sie konstatieren nüchtern die Lage, ohne je larmoyant zu werden. Sie stellen Helden des Alltags vor, die erfinderisch gesellschaftliches wie räumliches Neuland erobern – Scheitern nicht ausgeschlossen. (...) „Neuland“ gewinnt Zuschauer mit unsentimentaler Empathie, Sinn für Ironie und große Neugier. Leichtfüßig wechselt der auch formal und rhythmisch ansprechende bestechende Film vom Detail zur essentiellen Analyse. Eben sagt noch ein Protagonist: „Der Umbruch ist ein Such- und Experimentierprozess. Den muss diese Gesellschaft aushalten“, da erfährt man auch schon, wie skurril es im Konkreten aussehen kann, wenn die Neulandpioniere die eingefahrenen Gleise des bundesrepublikanische Alltags stören. (…) Komischer, treffender und deprimierender zugleich kann man den Zustand des Landes mit seinen Schluchten und Diskrepanzen kaum beschreiben.

Märkische Allgemeine 11.10.2007

Transformieren, diskutieren 

 Holger Lauinger war unaufgeregt, als er Anfang des Jahres seinen ohne jede Förderung gedrehten Dokfilm „Neuland“ vorstellte. Ohne Verleih, ohne Kinostart, ohne Sendetermin: „Filme wie unserer suchen sich ihr Publikum“, war sich Lauinger sicher. Ein Dreivierteljahr später ist er zu Filmvorführungen und Diskussionen fast überall im Land gewesen, eingeladen von Kulturinitiativen und Politikern von Linkspartei bis CDU. Kommende Woche zeigen Lauinger und sein Ko-Regisseur Daniel Kunle den Film gar in New York, und sie haben einen, wenn auch späten, Sendetermin im RBB gefunden. Warum dieser Erfolg? Neuland ist der richtige Film zur richtigen Zeit. Der Film leistet eine Bestandsaufnahme Ostdeutschlands zwischen Abbruch und Aufbruch, stellt die Frage, was in Gegenden geschehen soll, die von der globalen Wirtschaftsordnung abgekoppelt wurden…

Freitag 31/2007

Der Dokumentarfilm Neuland und die Form seines Vertriebs sind ein Gesamtkunstwerk. Der Film verhandelt Abschied von vertrauten Konstanten in Ostdeutschland - dem Leben ohne Arbeit, aber auch ohne Theater und Lichtspielhaus. Neuland wird entsprechend kaum im Kino gezeigt. Die Autoren Holger Lauinger und Daniel Kunle reisen mit dem Film durch das immer ländlicher werdende Land und führen ihn in Gaststätten, Hotels und Gemeindesälen vor (…) Auf seine Art boomt dieser Film. (…) Neuland ist ein Lehrfilm. Er müsste eigentlich in Schulen gezeigt werden. Nicht nur im Osten.

Deutschlandradio 8.08.2007

Wo es richtig weh tut

"Neuland" und "Nicht Mehr - Noch Nicht" - so lauten die Titel der Filme von Holger Lauinger und Daniel Kunle, Dokumentarfilme über den "Strukturwandel" in Ostdeutschland. Es geht um die Menschen, die auf vermeintlich verlorenem Posten durchhalten und noch etwas bewegen. Und so werden die Filme zu Lehrstücken mit hohem Unterhaltungswert, diskussionswürdig und aufrüttelnd.

Berliner Zeitung, 15.03.2007

"Neuland", der in der Reihe "Der neue Osten im neuen deutschen Film" läuft, … lässt Lethargie und Missmut weit hinter sich und belegt, dass die deutsche Bürokratie nicht alles blockieren kann. Hin und wieder lädt der Bundeskulturminister die Abgeordneten des Parlaments zu einem Kinobesuch ein. Bisher galten solche Exkursionen meist bequem zu goutierenden Filmen wie "Good bye, Lenin!" und "Das Leben der Anderen". In "Neuland" werden unbequemere Fragen gestellt, unorthodoxe Wege in eine offene Zukunft präsentiert. Es darf gestritten werden. Herr Neumann, übernehmen Sie!

Berliner Morgenpost, 15.03.07

Der Film offeriert keine Rezepte zur Sicherung der Zukunft oder zur Wiederbelebung längst totgesagter Regionen und Orte. Aber er zeigt, ohne die Schattenseiten auszublenden: Der Osten lebt. Oft lauter und bunter als vermutet. Da macht Kino sogar Mut!

RBB Kulturradio 14.08.07

Ein Dokumentarfilm, der schon vor einigen Monaten mit außerordentlichem Erfolg bei Kritikern und Publikum in den Kinos, in den wenigen Kinos, die für Edles Platz haben, lief, ist: Neuland. (…) Seine Filmästhetik hat Daniel Kunle in Abgrenzung zum herkömmlichen Dokumentarfilm entwickelt: (…)„Realitätsmomente zusammenfügen“ nennt Daniel Kunle seine Methode, so dass sie für den Zuschauer ein Bild ergeben, dass nicht von vornherein festgelegt ist. Das funktioniert wirklich. Denn für die Einen ist „Neuland“ ein hoffnungsvoller, für die Anderen ein Frust-Film: „Das Hauptanliegen ist tatsächlich eine Diskussionsgrundlage anzubieten und das funktioniert tatsächlich sogar ziemlich gut. Sobald der Film abgespielt ist, wird gar nicht mehr so viel über den Film selbst gesprochen, sondern es geht dann in die konkrete Situation vor Ort.“ Und genau so haben es Daniel Kunle und Holger Lauinger beabsichtigt. Als Aufklärer reisen sie übers Land mit ihren Filmen, in denen sie sich selbst ganz zurückhalten und doch gerade dadurch zum Streit herausfordern. Abmoderation: Ich habe den Film gesehen…Ich kann nur sagen, wenn Sie Zeit und Lust haben, dürfen sie den Film nicht verpassen.

NeulanD 11/07, Attac-Beilage im Neuen Deutschland vom 26.10. 2007

Der Weg ist das Ziel Neuland im Lux.Kino Halle

In der lebendigen Diskussion mit Tullner (Anmerkung: CDU, MdL Sachsen-Anhalt) und Lauinger auf dem Podium kam große Sympathie für die im Film dargestellten ungewöhnlichen Arbeits- und Lebensentwürfe zum Ausdruck. Dem Durchschnittsbürger mögen sie skurril erscheinen, aber sie eröffnen Perspektiven. „Pioniere waren immer Spinner“, sagt Tullner. Lauinger betont die bewusste Herangehensweise der Autoren. Sie wollten positive Beispiele vom Rand der Gesellschaft, auch Notgeburten, darstellen. Dabei seien alle Projekte erst im Werden begriffen nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Er wünscht sich mündige Zuschauer. Sie sollen fragen: Was steckt in den Bildern an Themen? Und sie sollen weiterdenken. Sich auf die Suche machen nach neuen Lebens- und Arbeitsgemeinschaften. Und nicht zuletzt sollen sie Forderungen an die Politik stellen.

Potsdamer Neueste Nachrichten 16.08.2007

Der Film „Neuland“ gibt dabei keine endgültigen Antworten auf auch im Westen Deutschlands anstehende gesellschaftliche Fragen, sondern zeigt vor allem kleinste Schritte von unerschrockenen Pionieren, die mit Verantwortungsbewusstsein global denken und lokal handeln. Diese Mutmachende Botschaft kam auch bei den Zuschauern am Dienstagabend sehr positiv an. Und man wünscht dem Film, der über mehrere Jahre und ganz ohne öffentliche Förderung zustande kam und seinen Weg bisher durch eine „eigene Art von Verwertung“, wie der anwesende Regisseur Daniel Kunle erzählte, gefunden hat, unbedingt den Sprung in das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm.

Garten + Landschaft 5/2007

Es sind nicht nur die Charaktere seiner Protagonisten, die dieses reizvolle Roadmovie so erfolgreich machen. Hoffnungslos überlaufen war die Uraufführung in Berlin im Rahmen des Filmfestivals „Utopisches Flimmern“, beide Berliner Stadtmagazine rezensierten den Film lobend. Eine Reise durch Regionen zwischen Abbruch und Aufbruch nennen die Filmemacher ihre Arbeit. Subtil humorvoll montierte Szenen und eindrucksvolle Landschafts-Totalen entwickeln einen dynamischen Sog, geschickt untermalt von der ohrwurmverdächtigen Musik des „Kammerflimmer Kollektiefs“.

taz, 15.03.07

Ihr Film soll eine Stimmung des Aufbruchs erzeugen. 20 Protagonisten haben Lauinger und Kunle dafür befragt, vor den Hoffnungsvollen kommen die Desillusionierten zu Wort. "Bleibe ich jetzt den Rest meines Lebens hier? Da gehe ich doch unter", sagt ein Junge in Bitterfeld. Der Soziologe Andreas Willisch fasst die Lage zusammen: "Wir haben eine Gesellschaft der Leere und der Langeweile. Wir halten die Leute in einem gesellschaftlichen Spiel, dessen Grundlagen erodieren." Da könnte es besser sein, legt "Neuland" nahe, die Regeln selbst zu machen.

Scheinschlag 3-2007

Neu ist der Blick auf die kreativen Möglichkeiten nicht, aber in Neuland geht es auch um größere Fragen: Welche kollektiven Praktiken produzieren, gestalten und definieren die Räume, in denen wir leben? Und inwiefern sind Partizipation, Teilhabe und Aneignung des Raumes und seiner Ressourcen denkbar? Was wäre eigentlich, wenn man Selbstversorgung in ganzen Landstrichen organisierte oder wenn die Wertschöpfung in der Region bliebe, wie der Biomasse-Bauer aus Varchentin vorschlägt? Beträten wir dann Neuland?

Tagesspiegel 15.3.2007

Dass man die ländlichen Regionen Ostdeutschlands nicht abschreiben muss, zeigen die Filmemacher Daniel Kunle und Holger Lauinger. Die beiden Jungfilmer haben sich einerseits auf jene konzentriert, die seit jeher hier leben, aber auch auf diejenigen, die Hoffnungen haben: Kolonisten, Abenteurer, Pioniere. In langen Einstellungen und Interviews zeichnen sie ein komplexes Bild der Situation im Osten und schüren Hoffnung.

Märkische Allgemeine, 14.03.07

Ausgangspunkt ist das Grundgesetz-Postulat von den "gleichwertigen Lebensverhältnissen". In der ostdeutschen Peripherie ist dieser Anspruch ebenso zerborsten wie es die Fenster der Bahnhofshallen sind. Für diese Erkenntnis hätte es des Films nicht bedurft. Aber Lauinger und Kunle wollen eine Gesellschaft zeigen, in der es Neues geben muss, damit vom Alten die Reste gerettet werden können. Sie stellen die Frage: "Wo leben wir eigentlich?" und trommeln für einen "sozial-ökologischen Umbau".

StadtBauwelt 173-2007

Im Vergleich zu ihrem ersten Film „Nicht-Mehr | Noch-Nicht“ geht es dem Journalisten Holger Lauinger und dem Filmemacher Daniel Kunle bei „Neuland“ weniger um die verschwindende Bausubstanz in Ostdeutschland, als vielmehr um die Menschen, die dort leben. Deren Geschichten, die die beiden einfühlsam und mit überzeugender Glaubwürdigkeit in dem 75-Minuten-Streifen vereinen, geben viele Antworten auf die Frage, warum im Osten ganze Landstriche aussterben und warum dennoch Menschen bleiben wollen. Und sie zeigen, dass es manchmal gar keiner Kulturarbeiter bedarf, die, mit Kunstprojektgeldern ausgestattet, die Provinzler auf neue Ideen bringen wollen. Derer gibt es nämlich so einige. Die Filmemacher betrachten ihre Arbeit als Diskussionsgrundlage, mit der sie nun auf die Reise gehen wollen. Ihnen ist ein Publikum zu wünschen, das sich seine Meinung bisher anhand einseitiger oder skandalorientierter Berichterstattung gebildet hat und bereit ist, diese zu überprüfen.

Unabhängige Bauernstimme 5/2007

Der Dokumentarfilm „Neuland“ von Holger Lauinger und Daniel Kunle spielt im Osten unserer Republik. Berichtet aus und von den neuen Bundesländern. Er erfasst Stimmungen und Entwicklungen, stellt Menschen mit ihren Erlebnissen, Sorgen und Hoffnungen in den Mittelpunkt. Von blühenden Landschaften ist die Realität weit entfernt. Die ländlichen Regionen aber auch Städte entvölkern sich immer mehr, weil die Menschen dort keine Perspektiven mehr sehen. Doch wo lassen sich neue Wege finden? Ist der Umbruch ein Prozess des Suchens und Experimentierens, den Gesellschaft aushalten muss? Liegen im Experimentieren nicht auch Perspektiven? (…) Aber das sind nur kleine Einblicke in den Film, der erfolgreich versucht, die Stimmung zwischen Untergang und Aufbruch einzufangen. NEULAND- leider nur in wenigen Kinos zu sehen!

Märkische Allgemeine 16.08.2007

"Globians", dieses liebenswert intime Off-Dokufilmfestival, zeigte mit diesem Film eine jener alternativen Facetten der Gesellschaft, die in der TV-Öffentlichkeit nie vorkommen. Dabei schaffte es eine Diskussionsatmosphäre, die mehrere Generationen miteinander vereint und hoffnungsvolles Denken ermöglicht. Kein Wunder, dass die Zuschauer dadurch in einen intensiven Austausch geführt wurden. Sie dankten unisono dem sympathischen Filmemacher Daniel Kunle, der sich über das Lob freute und der eigenen Hoffnung, dass "Neuland" bald im RBB gezeigt wird, Ausdruck verlieh. Alle wünschten es ihm.

Sächsische Zeitung 14.7.2007

Der Film deutet an: Es gibt keine Lösungen, die Ansatz für den ganzen Osten sein könnten. Es sind die individuellen Wege, die wiederbeleben. Neuland braucht flexible Spielregeln, um Ideen wahr zu machen. Weniger Bürokratie und mehr Mut, Neues zu denken. Damit es wieder mehr Gewinner gibt im echten "Neuland".

Märkische Allgemeine 1.9.2007

Bestandsaufnahme und Visionen (…) Dazu wurde mit 20 Personen über ihre Lebenssituation gesprochen. Die Interviews belegen, dass sie nicht nur depressiv waren, sondern auch Aufbruchsstimmungen zeigten(…) Die Fragen und Meinungen der Zuschauer kreisten um das zentrale Thema der Prignitzer: Wie bekommen wir Beschäftigung für die Leute, wie kann an ihre Erfahrungen angeknüpft werden? Im Gedankenaustausch zeigten sich dann Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen alteingesessenen Prignitzern und zugezogenen Neu-Prignitzern. "Wir haben ein Lebensqualitätsproblem. Die entscheidende Frage ist: Wie entsteht Lebensqualität?", bemerkte Lauinger. "Wir haben geschaut, ob es neue Wege gibt zu arbeiten und zu leben, die dann die benachteiligten Regionen befruchten können." (…) Dazu ein Zuschauer: "Ich muss versuchen, hier etwas auf die Beine zu bringen, um hier leben zu können." Dazu sei es nötig, einen Lernprozess in Gang zu setzen, ganz anders als bisher mit Dingen umzugehen: "Das Alte hat keine Gültigkeit mehr, obwohl wir daran hängen. Hoffnungslosigkeit ist der schlimmste Zustand." Der Maler und Autor Matthias Görnandt: "Wir müssen uns Gedanken machen. Man muss sich einmischen."

Treptower Tageblatt 25.8.2007

„Menschen halten viel aus, wenn man ihre Ängste ernst nimmt“ lassen Kunle und Lauinger einen Protagonisten sagen. Das unterstrich auch Demmins Landrat Frieder Jelen (CDU), der als Schirmherr das Filmfest eröffnete. „Wir sind konfrontiert mit einer neuen gesellschaftlichen Lebensform“, sagte er. Das gehe auch hier in der Region nicht an den Menschen vorbei. „Der Film „Neuland“ war von Anfang an unser Favorit“, erklärte Fest-Mitinitiator Karl Naujoks. Auf derartige Streifen, die der Ästhetik des alltäglichen Fernsehprogramms kaum entsprechen, konzentriert sich das Filmfest „der neue Heimatfilm“. (…) Das verleiht Intensität und lässt Platz für Gespräche, sagte Naujoks. Dass Bedarf besteht, zeigte sich an den zahlreichen Wortmeldungen bereits gestern Abend.

Usedom-Kurier 30.8.07

Viel Beifall ernteten die Macher des Dokumentarfilms „Neuland“, der jetzt in Peenemünde vorgestellt wurde (…) Und weil die Bilder und Aussagen für sich sprechen, kann es der Film sich auch leisten, auf jeden Kommentar zu verzichten. „Der Film ist eine Ansammlung von Realitätsfragmenten, die mehr ist als die Summe ihrer Einzelteile“, erklärte Drehbuchautor Holger Lauinger in der anschließenden Diskussionsrunde, in der es zeitweise so „heiß“ wurde, dass Moderator Dietmar Pühler einen schweren Stand hatte. Solche Diskussionen anzustoßen, sei auch ihr Hauptanliegen gewesen (…): „Sobald der Film abgespielt ist, wird gar nicht mehr so viel über den Film selbst gesprochen, sondern es geht dann um die konkrete Situation vor Ort.“ Siehe am Dienstagabend in Peenemünde.

Ostssee-Zeitung 30.8.07

Brisantes Thema: Der Osten im Aufbruch Der Film stellt so die Frage: Werden wir verschiedene deutsche Gesellschaften in unterschiedlichen Räumen haben? „Neuland“ zeigt aber auch Menschen, die Wege gefunden haben, die eigene Ideen entwickelten. Der Film soll Mut machen selbst Initiative zu ergreifen. Nach der Vorführung dann der Versuch einer Diskussion. Die Brisanz, die das Thema des Films für einen Großteil der Anwesenden hatte, war deutlich spürbar und damit auch der Gesprächsbedarf in den Reihen des Publikums. (::„Der Film Neuland zeigt Landstriche, die den Bach runter gegangen sind. Man muss mal die Frage nach den Ursachen stellen“, so die Gedanken Wolfgang Günthers (73) zum Film. (…) Für den Film gab es aber zugleich viel Lob und Applaus. Das zwiespältige Fazit des Abends: ein guter Film, aber viele unbeantwortete Fragen.

NeulanD 11/07, Attac-Beilage im Neuen Deutschland vom 26.10. 2007

Warten auf den Aufschwung? Perspektiven zwischen Abbruch und Aufbruch

Der Film „Neuland“ ist (…) der Einstieg in die Diskussion. Er zeigt Momente der Realität in Ostdeutschland. Mit der Brisanz seines Themas „Wo leben wir eigentlich?“ stellt er Fragen an die Gesellschaft. Die dokumentierten Schritte von Akteuren im Osten geben den Mut, die Brachen mit der Chance für Gestaltung anzufassen. Die Uraufführung des Films beim Filmfestival „Utopisches Flimmern“ in Berlin war überlaufen. Seitdem zieht der Film durch Städte und Gemeinden, gezeigt in Gaststätten, Hotels und Gemeindesälen. Er trifft auf diejenigen, die in Neuland leben. Menschen sind von der Entwicklung berührt. Es ist die Projektion der eigenen Verhältnisse und das sichtbar werden von neuen oder bereits vergessenen bewährten gesellschaftlichen Lebensformen, die den Anstoß geben nachzudenken und in Bewegung zukommen.