zitty . 6/2007 . (Stadtmagazin Berlin)

Den ländlichen Regionen Ostdeutschlands, so möchte man glauben, ist nicht mehr zu helfen. Gegenden, die sogar von ihren Landesregierungen im Stich gelassen wurden. Die fördern lieber gezielt Standorte mit Potenzial. Keine Chance auf Zukunft. Aber stimmt das?
Achtzehn Protagonisten führen durch den Film durch den Film Neuland. Den Begriff haben die Filmemacher Daniel Kunle und Holger Lauinger ausgesucht. Neuland ist ein weißer Fleck auf der Landkarte: eine Verheißung. Die beiden Filmemacher haben sich einerseits auf jene konzentriert, die seit jeher hier leben, aber auch auf diejenigen, die Hoffnungen haben: Kolonisten, Abenteurer, Pioniere.
In Neulietzegöricke im Oderbruch beruft man sich auf die Vergangenheit: Hier war einst eine Kolonie von Neusiedlern. Warum sollte das nicht wieder klappen? Das Verschwinden von industriellen Strukturen eröffnet ja auch Möglichkeiten. In langen Einstellungen und Interviews zeichnen die Filmemacher ein komplexes Bild der Situation im Osten. Sie reisen durch ausgebombt wirkende Kleinstädte, wandern durch Wüstenlandschaften und besuchen Montagsdemos. Anstatt Perspektivlosigkeit und Depression nachzubeten, stellt der Film positive Ansätze vor. Wie Studenten, die Schnecken züchten. Oder die früher kritisch beäugte Landkommune, die heute integriert ist.

Interessant!

(Mirko Heinemann)